„Er gehörte fast schon zum Inventar“

Olpe. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Caféteria des St. Martinus-Hospitals am 30.05.2019, als Dr. Reinhard Hunold, bis dato Chefarzt der Anästhesie am St. Martinus-Hospital sowie am St. Josefs-Hospital in Lennestadt, nach mehr als 35 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde. Hunold, der in Olpe geboren wurde und hier 1972 das Abitur machte, studierte in Aachen und Bonn Medizin. Nach Stationen in den Kreiskrankenhäusern Lüdenscheid und Detmold, wo er 1980 promovierte und 1984 seinen Facharzt in Anästhesiologie machte, kehrte er noch im gleichen Jahr in die Heimat zurück und begann als Oberarzt am St. Martinus-Hospital. 2002 übernahm er die Chefarzttätigkeit in Olpe und seit 2006 war er auch in Lennestadt Chefarzt der Anästhesie. Gleichzeitig wurde er ärztlicher Direktor in Olpe und von Oktober 2017 bis April 2018 erster ärztlicher Direktor für beide Krankenhäuser. „Damit haben sie maßgeblich zum Zusammenwachsen unserer beiden Häuser beigetragen“ lobte Wilhelm Rücker, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen, das Engagement des scheidenden Chefarztes. Nach all der Zeit gehöre er „fast schon zum Inventar.“

Wie richtig Rücker mit dieser Aussage lag, erklärte Hunold selbst in seiner Rede. „Mein Elternhaus, das mittlerweile abgerissen wurde, befand sich auf dem heutigen Krankenhausgelände. Heute befindet sich an der gleichen Stelle mein Dienstparkplatz“ erzählte er.

Ein besonders wichtiges Anliegen war für Dr. Hunold die Palliativmedizin. Er war es, der sich stark machte für die Gründung einer Palliativstation, die seit 2012 im St. Josefs-Hospital betrieben wird, als erste Palliativstation im Kreis Olpe überhaupt. Auch das PalliativNetz Kreis Olpe, welches Hunold im gleichen Jahr gründete und dessen Vorsitzender er ist, profitierte stark von seinem großen Einsatz. „Sie waren für die unheilbar Kranken in ihren letzten Stunden da und haben ihnen zu einem würdevollen Sterben verholfen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit waren Sie im Einsatz, wann immer Sie gebraucht wurden“ beschrieb Dr. Jürgen Muders, Leiter der Palliativstation in Lennestadt, den Einsatz Hunolds.

 

Neuer Chefarzt der Anästhesie an beiden Krankenhäusern ist Dr. Matthias Danz. Der gebürtige Berliner studierte zunächst ein Semester Chemie und wechselte dann zur Humanmedizin „zu unserem Glück“, wie Rücker betonte. Das Studium begann er in Berlin und wechselte dann an die Universität Köln. Bereits im Praxisjahr am Klinikum Leverkusen entschied er sich für das Wahlfach Anästhesie. Nach verschiedenen Stationen an Häusern im Raum Köln machte er 2004 seinen Facharzt im St. Elisabeth Krankenhaus in Köln-Hohenlind und promovierte drei Jahre später im selben Haus. Von 2011 bis Januar 2016 war er bereits Oberarzt im St. Martinus-Hospital und kehrte nach einem Jahr zurück. Seitdem ist er leitender Notarzt und nun seit 01. Juni Chefarzt. Die Weichen, die Dr. Hunold über die Jahre gestellt hat, gilt es nun zu nutzen und weiter auszubauen. Wilhelm Rücker wünschte scheidendem und neuem Chefarzt alles Gute und ernannte Danz offiziell zum neuen Chefarzt der Anästhesie.

 

Bildunterschrift: Pfarrer Clemens Steiling (links) und Vorsitzender des Verwaltungsrates Wilhelm Rücker (rechts) mit dem neuen Chefarzt Dr. Matthias Danz und Bianca Hagebeuker und dem ehemaligen Chefarzt Dr. Reinhard Hunold und Ehefrau Anne.

 

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