Endoprothetik am Ellenbogen

Content Hinweis Einleitung

Mit der demographischen Veränderung der deutschen Gesellschaft treten zunehmend Brüche (Fraktur) im hohen und höheren Lebensalter auf, die für die Patienten und die behandelnden Ärzte gleichermaßen problematisch sein können.

Auf Seiten des Patienten bedeutet dies nicht selten die Notwendigkeit einer zumindest passageren Hilfe bei der Bewältigung der täglichen Routine nach der klinischen Behandlung. Für die Ärzte stellt sich je nach Frakturlokalisation oder Typus die Frage der Versorgung.

Während i.d.R. der „Stellung und Wiedereinrichtung des Bruches“ durch eine Operation mit Schrauben und Platten der Vorzug gegeben wird, können diese Behandlungsziele bei alten Menschen u.U. nicht mehr umgesetzt werden. Insbesondere bei Vorhandensein von Osteoporose (schlechte Knochenqualität) können Brüche mit schmalen oder kleinen Fragmenten entstehen, die nicht mehr ausreichend stabil gefasst werden können. Liegen diese „Problembrüche“ sehr gelenknah, können neben Bewegungsverlusten des betroffenen Gelenkes bei zu langer Ruhigstellung, auch schmerzhafte Instabilitäten bei zu früher Beübung auftreten.

Im Bereich des Oberarmkopfes hat sich der Ersatz des gebrochenen oder abgenutzten Kopfes durch eine Prothese bereits routinemäßig etabliert. Demgegenüber wird der Ersatz des Ellenbogens bis dato überwiegend an Zentren durchgeführt.

Content Hinweis Aktuelle Endoprothesenmodelle

Es gibt eine Vielzahl an Ellenbogenprothese, wobei je nach Modell bestimmte Besonderheiten zu berücksichtigen sind.

Prothese Typ „Latitude“ der Firma Tornier (Abb. 1)
Bei diesem Modell ist die Besonderheit, dass es sowohl im Falle eines Ellenbogenbruches (Abb. 2) als Halbprothese, als auch bei schmerzhafter Ellenbogenarthrose als Vollprothese verwendet werden kann.

Es wird der untere Anteil des Oberarmes durch eine passende Metallkomponente ersetzt. Diese Komponente wird an einem Metallschaft befestigt, der im unteren Schaftbereich des Oberarmes „einzementiert“ wird. Je nach Ausmaß des Verschleißes oder des Bruches kann auch der Ellenanteil des Gelenkes und sogar der Speichenkopf mitersetzt werden.

Die Plattenlöcher werden mit winkelstabilen Schrauben besetzt, wobei eine bikortikale Veran-kerung zu vermeiden ist (Abb. 4).

Content Hinweis Ergebnisse

Bei Brüchen des Ellenbogengelenkes, die mit einer Prothese ersetzt werden, können die Patienten sehr schnell wieder eine sehr gute Beweglichkeit bei gleichzeitiger Schmerzfreiheit erreichen. Unmittelbar nach der Operation wird der Arm kurzfristig im Gips ruhiggestellt, bis sich die Wunde „erholt“ hat, danach fängt die Krankengymnastik an. Oberste Ziel sollte dabei der Hand-Mund-Kontakt sein. Die volle Streckung im Gelenk ist manchmal nicht ganz zu erreichen. Zu beachten ist, dass der Ellenbogen bzw. die Prothese hohe Kraftanstrengungen nicht toleriert. Aus diesem Grunde wird i.d.R. eine Prothese auch nur bei alten oder älteren Menschen eingesetzt.

Content Hinweis Fazit

Während Prothesen im Knie, der Hüfte und auch der Schulter routinemäßig eingesetzt werden, wird der Gelenkersatz des Ellenbogens auch an Bedeutung gewinnen. Zur Zeit werden in Deutschland ca. 2500 Ellenbogen-Prothesen pro Jahr eingesetzt. Hierbei ist eine ausreichende Erfahrung des Operateurs sowohl hinsichtlich der Operationstechnik als auch der möglichen Prothesen sehr wichtig.

Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie uns an.

Verfasser:
PD Dr. O. Weber

Zurück